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„Gemeinde Wolkersdorf“

Bei der Gemeindebildung von 1808 wurden die Dörfer Dietersdorf, Ober- und Unterwolkersdorf, die Weiler Holzheim, Ober- und Unterbaimbach sowie die Einöde Raubershof zur Gemeinde Dietersdorf zusammengeschlossen. Am 15.1.1960 erhielt die Gemeinde den Namen Wolkersdorf, da dies der größte Ort der Gemeinde geworden war.

Die Bevölkerung der Gemeinde war in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges und nach Kriegsende durch den Zustrom von Evakuierten und Flüchtlingen von 1.400 Einwohnern im Jahre 1939 auf 2.182 Einwohner im Jahre 1946 angewachsen. In den Bauernhäusern wurde die letzte Gesindekammer belegt und in kleinen Gartenhäusern waren ganze Familien untergebracht. Frühzeitig wurde von der Gemeinde Baugelände für neue Siedlungen ausgewiesen und baureif gemacht. Besonders in Wolkersdorf entstanden nach und nach so viele Wohnhäuser, dass sich das idyllische Dorfbild allmählich stark veränderte. Die Gemeinde mußte viele Aufgaben im Hoch- und Tiefbau bewältigen. Von 1948-1971 erhöhte sich das Vermögen der Gemeinde von 126.240 DM auf 5.755.751 DM und der Schuldenstand von 2.504 DM auf l.944.474 DM. Die Gemeinde zählte 1961 2.677 Einwohner und 539 Wohngebäude. Am 2.3.1967 beschloss der Gemeinderat die Einführung eines eigenen Gemeindewappens. Das Bayer. Staatsministerium d. I. stimmte zu. Das gespaltene Wappen zeigt vorne das Wappenbild der Fürer von Haimendorf und hinten das Wolkersdorfer Schloss. Ab 1.7.1972 wurden alle Orte der Gemeinde mit Ausnahme von Holzheim, das nach Nürnberg kam, in die Stadt Schwabach eingegliedert.

Oberwolkersdorf

Der Ort bestand ursprünglich aus zwei großen Bauernhöfen. Er dürfte sich um 1167, als Herzog Friedrich von Rothenburg das königliche Dorf Schwabach und seine Pfarrei an das Zisterzienser-Kloster Ebrach im Steigerwald stiftete, unter den Schwabacher Reichsgütern befunden haben. Im 12. oder 13. Jh. wird in diesem Ort der Sitz eines Ministerialen entstanden sein, der vom Schwabacher Reichsministerialen abhängig war. Um 1291 kaufte der Ebracher Magister in Schwabach von Rüdiger v. Kipfenberg einen Zehnten von Neugereuten in „Obernhoven“. Seitdem erscheint der Ort in Ebracher Zinsregistern unter dem Namen Obernhof bzw. Obernhofen. Der von 1241-1276 in verschiedenen Urkunden auftauchende Konrad von Herzogenhofen dürfte auf dem Ministerialiensitz in Obernhofen gesessen sein.

Ab dem 14. Jh. kam der Burgsitz zu Wolkersdorf wie Obernhofen in Nürnberger Urkunden genannt wird, mit seinen Zugehörungen in den Besitz von Nürnberger Ratsfamilien (Konrad Mendel, anschließend 1339 Berhold Tucher, 1388 Sighart Vorchtel, Waldstromer, Behaim, Fütterer, Tucher, Geuder, Imhoff, Landauer, Haller usw.). Die Nürnberger Ratsherren auf Schloss Wolkersdorf räumten dem Rat der Reichsstadt wiederholt das „Öffnungsrecht“ in Kriegszeiten ein.

Von 1516 bis 1528 saß auf dem Wolkersdorfer Schlösschen die Nürnberger Bürgerin Dorothea Haller, geb. Landauer. Der Eheroman dieser „Dürerischen Frauengestalt“, von Archivrat Albert Gimbel (erschienen 1925), stellt eine wertvolle Bereicherung der Kulturgeschichte Frankens dar. Leider kann hier nur kurz auf diese interessante Persönlichkeit hingewiesen werden. 1515, nach dem Tode ihres Vaters, trennte sie sich von ihrem Ehemann Wilhelm Haller. Vom Nürnberger Rat gezwungen, zu ihrem, wie sie sich ausdrückte, „herrischen, gewalttätigen und verschwenderischen Gatten“ zurückzukehren und seine Schulden zu übernehmen, entfloh sie, nachdem ihr die Ansbacher Markgrafen Casimir und Georg am 16.12.1515 einen Schutzbrief ausgestellt hatten, auf Schloss Wolkersdorf; das aus dem Erbe ihres Vaters stammte. Dort verblieb sie bis zu ihrem Tode am 30.12.1528. Ihr Leichnam wurde in der Stadtpfarrkirche zu Schwabach beigesetzt.

Das Kriegsvolk des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach plünderte und verbrannte in der Nacht zum 12.5.1552 den Herrensitz zum Stein mit dem Hammer, zwei Herrensitze zu Schweinau, dann die Orte Lohhof, Eibach, Gerasmühle, Krottenbach, Kottensdorf, Leuzdorf und Dechendorf. Kurz vor seinem Friedensschluss mit der Reichsstadt veranlasste er die ihm ergebenen Beamten der ansbachischen Stadt Schwabach zu einem Streifzug nach Wolkersdorf. Der Stadtbüttel begab sich mit wehrhaften Leuten dorthin. Sie drangen in das Schloss ein, plünderten es aus und brannten es und andere Häuser bis auf den Grund ab. Es dauerte Jahre, bis der Schlossbesitzer Hieronymus Murr das Schloss wieder aufbauen konnte.

Während des Dreißigjährigen Krieges, am 11. 4.1630, erwarb Christoph IV. Fürer von Haimendorf den Nürnberger Bürgersitz in Oberwolkersdorf mit allen Gütern um 10250 fl. Herren von Schloss und Dorf Oberwolkersdorf waren nunmehr: Christoph Fürer IV. (1630-1653), Helena Barbara Fürer, geb. Pfinzing, Witwe des Christoph Fürers V., mit ihren beiden Söhnen Christoph Fürer VI. und Carl Gottlieb Fürer (1653-1664); Christoph Fürer VI. (1665-1690); Christoph Fürer VII. (1690-1732); Anton Ulrich Fürer (1732-1765); Sigmund Friedrich Fürer (1765-1807); Johann Sigmund Friedrich Fürer (1807-1840); Maria Fürer, geb. Löffelholz, Witwe (1840); Johann Philipp Fürer (1840-1843); Marianne, geb. Fürer, und ihr Ehemann Carl Christoph von Oelhafen (1843-1853).

Als Gustav Adolf am 13.9.1632 mit seinem Heer, am Lager Wallensteins bei Zirndorf vorbei, in Richtung Windsheim abgezogen war, verbrannten die kaiserlichen Soldaten der Liga ringsherum alle Dörfer, Mühlen und Schlösser. Christoph Fürer IV. schrieb darüber: „Bei diesem Abzug ist mir auch das Schloss Wolkersdorf samt meinen beiden Dörfern Ober- und Unterwolkersdorf leider auch abgebrannt worden“.        

Christoph Fürer VII. studierte in Altdorf Rechtswissenschaft, unternahm Bildungsreisen nach England, Frankreich und Italien, erlernte mehrere Sprachen, übersetzte zwei italienische Schauspiele, die 1702 im Schauspielhaus am Lorenzer Platz in Nürnberg aufgeführt wurden und war ab 1709 Präses des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg. Als Herr in Oberwolkersdorf nahm er ab 1690 die Bewirtschaftung der Grundstücke des Schlossgutes in eigene Hand. Er ließ die Gebäude des Meierhofes renovieren, die Gärten kultivieren, Obstbäume pflanzen, ödes Feld urbar machen, die Weiher instand setzen und zur Fischerei einrichten. Dabei bereitete ihm die Ansbacher Regierung und Markgraf Georg Friedrich (1686-1703) durch den Schwabacher Kastner und den Regelsbacher Wildmeister große Schwierigkeiten. 1695 bat Fürer den Markgrafen Georg Friedrich um das kleine Waidwerk in Wolkersdorf. Aber erst Wilhelm Friedrich (1703-1723) erteilte ihm am 3.10.1703 die Konzession hierzu.

Unter diesem Fürsten kam es 1711 zu einem ernstlichen Zwischenfall, der die Gesundheit Fürers angriff und seinen Lebensabend umschattete. Der Markgraf hatte vom Nürnberger Rat vergeblich die Freilassung des Archivrates Dr. Stahl verlangt, der 1708 in einer gedruckten „Lästerschrift“ den Rat beleidigt hatte und von ihm zu Gefängnis verurteilt worden war. Christoph Fürer VII. wurde am 11.9.1711 bei der Brücke von Lohhof von Ansbacher Husaren, mit 2 Offizieren an der Spitze, gefangen genommen und über Schwabach und Windsbach nach Gunzenhausen verschleppt. Hier hielt man ihn 72 Tage in der Fürstenherberge gefangen. Die Bitten Fürers, die Vorstellungen des Nürnberger Rates und des Kurfürsten von Mainz beim Markgrafen blieben fruchtlos. Erst als die Nürnberger dem Markgrafen am 14. 11. 1711 mitgeteilt hatten, dass Christoph Fürer vom Rat zum Überbringer der Reichskleinodien zur Kaiserkrönung Karls VI. nach Frankfurt erwählt worden war, ließ ihn der Markgraf frei und am 23.11.1711 in einer Chaise mit 6 Pferden von Gunzenhausen nach Nürnberg fahren. Auf die Klage des Rates beim Kaiser wurde der Markgraf am 30.7.1716 zur Erfüllung aller Nürnberger Forderungen und zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt. Erst nach dem Tode des Markgrafen kam die Angelegenheit unter der Markgrafenwitwe Christiane Charlotte durch eine gütliche Vereinbarung vom 4.8.1728 zum Abschluss. Christoph Fürer wurde zwar 1725 in Nürnberg Vorderster Losunger, Reichsschultheiß und Kastellan der Reichsveste, aber als Folge des markgräflichen Arrestes war er körperlich und psychisch krank und starb am 3.5.1732 im Alter von 69 Jahren.

Nach dem Tode von Johann Philipp Fürer am 19.2.1843 kamen Schloss und Güter Oberwolkersdorf an die Witwe Maria Fürer, geb. Löffelholz, und ihre Tochter Marianne, die mit Karl Christoph von Oelhafen verheiratet war. Als Schlossherr begann von Oelhafen seinen Besitz durch Zukäufe zu vergrößern. Er erweiterte ab 1850 den gutsherrlichen Wirtschaftshof und übernahm die Gutswirtschaft in eigener Regie. Von 1852-1861 wohnte er mit seiner Familie auf dem Schloss. Als Großgrundbesitzer und Landwirt hielt er die neuen Fabriken für einen Krebsschaden. In seiner Wolkersdorfer Chronik schrieb er zum Jahre 1856 über die trostlose Lage des Industrieproletariats, es habe damals Armut in der „ehemaligen Fabrikstadt Schwabach [geherrscht], die uns Landbewohnern täglich ihr Bettelkontingent sendet“. „In Mühlhof ist ebenfalls eine Fabrik! Ihr Bestehen und glänzender Betrieb bringt uns viel uneheliche Kinder in die Pfarrgemeinde und das Übel wächst mit der Zeit“. Karl Christoph von Oelhafen musste schließlich feststellen, dass seine Gutswirtschaft sich nicht rentierte. Er verpachtete 1860 sein Gut und zog 1861 mit seiner Familie nach Nürnberg. 1863 verkaufte er die Hälfte des Schlosses und seinen Gutsbesitz an Handwerker, Bauern und Gütler.        

Damals erwarb der Wirt und Gutsbesitzer Johann Georg Stief von Hohenstein den Wirtschaftshof mit dem Voitenhaus, der Scheuer und 141,18 Tagwerk Land um 24000 fl. Im gleichen Jahr gingen ein Teil des Holzes am Pfaffensteig, der „Winterrangen“ und die „Waldspitz“ um 20000 fl an den Fabrikbesitzer Johann Faber in Stein über. Die Familie Faber verkaufte 1912 das Waldgelände an drei Bauern von Großreuth, die es aufteilten und parzellenweise an Nürnberger Bürger weiterveräußerten. 1937 wohnten in der Siedlung »Am Pfaffensteig“ 16 Familien in Einfamilienhäusern, andere Grundstücke waren mit Wochenendhäusern bebaut. Das Schloss kam nach verschiedenem Besitzerwechsel an Nürnberger Familien, so 1907 an die Fabrikanteneheleute Konrad Braun, anschließend an die Eheleute Karl Kirchner, 1910 an die Kaufmannseheleute August Theissen, 1925 an Frau Dora Stark.

Unterwolkersdorf

Der Ortsname Wolkersdorf wird als „Dorf eines Wolkolf oder Wolkold“ gedeutet. „Wolcolfesdorf‘ erscheint erstmals 1239/1241 in einem Heberegister des Klosters Ellwangen. Es werden 7 Inhaber von Zinsgütern mit ihren Abgaben angeführt, die sie an den Katzwanger Kämmerer des Klosters zu entrichten hatten, nämlich: Rudeger 60 Nürnberger Denare, Cunrad 60 Denare, Heinrich 80 Denare, Heinrich Svevus (= Schwab) 120 Denare, Gerhard 60 Denare, Sigeloh, 60 Denare, Sifrid Enko 60 Denare, zusammen 500 Denare. Der Ort gehörte in die Ellwanger Klostermark und Pfarrei Katzwang. Am 4.3.1296 veräußerte das Kloster Ellwangen alle Güter, die es in den Grenzen der Pfarrei Katzwang besaß, ferner das Patronatsrecht der Pfarrkirche an das Kloster Ebrach. In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verkaufte das Kloster Ebrach am 30.3.1632 den Ort Unterwolkersdorf sowie den großen und kleinen Zehnten zu Ober- und Unterwolkersdorf um 9000 fl. an den Nürnberger Ratsbürger und Oberwolkersdorfer Schlossherrn Christoph IV. Fürer von Haimendorf. Grundherren im Dorf Unterwolkersdorf waren nunmehr: Christoph Fürer IV. (1632-1653); Helena Barbara Fürer, Witwe, und ihre beiden Söhne Christoph Fürer und Carl Gottlieb Fürer (1653-1664). Herren des Dorfes Unterwolkersdorf und Mitinhaber von Schloss Oberwolkersdorf waren: Carl Gottlieb Fürer (1665-1708); Ulrich Sebastian Fürer (1708-1750); Carl Gottlieb Fürer d. J. (1750-1752); Christoph Carl Fürer (1752-1770); Carl Gottlieb Fürer (1770-1795); Carl Sigmund Fürer (1795-1821), Christoph Carl Sigmund Fürer (1821-1855).  

Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Unterwolkersdorf wurde 1952 von der Pfarrei Katzwang abgetrennt und zur Pfarrei erhoben. Sie erbaute im gleichen Jahr die Pfarrkirche St. Christophorus in Wolkersdorf. Die Kath. Pfarrei Nürnberg-Reichelsdorf erbaute 1965/67 in Wolkersdorf die Filialkirche Verklärung Christi, die am 19.5.1968 eingeweiht wurde.

 

 

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